Heike Iserlohe

Kunst ist dazu da den Staub des Alltags von der Seele zu waschen  Pablo Picasso

Ein Atelierbesuch

Wir treffen die Malerin Heike Iserlohe in ihrem lichtdurchfluteten Dachgeschoss-Atelier im Kölner Westen. Der erste Eindruck: Hier pulsiert das Leben. Auf der Staffelei und an den Wänden Stierbilder in feurigen Farben, der Boden kunstvoll bekleckert, und mittendrin die Künstlerin, die sich gerade mit forciertem Pinselschwung über eine frische Leinwand hermacht. Mit Spitzwegs armem Poeten oder den inszenierten Künstlerdarstellungen des 19. Jahrhundert hat das nichts gemein. Ein Blick auf die Werke verstärkt den Eindruck, dass hier die Kunst der Generation Web 2.0 „gemacht“ wird. Denn das Machen ist Heike Iserlohe wichtig: „Meine Bilder entstehen nicht im Elfenbeinturm, sondern in Auseinandersetzung mit unserer Wirklichkeit und dazu gehören auch die Kommunikationsmöglichkeiten und die Bilderwelten, die durch das Internet geschaffen wurden.“ Ihre Frauenbilder, modisch gestylte Wesen mit Handy in der Hand und Manolos an den Füßen, zeugen von dieser „Reality“ ─ und auch die melancholische Grundstimmung, die diese Darstellungen trägt. Doch was ist mit den Stierbildern? Wie passen sie in das Szenario? „Meine Stiere sind die Inkarnation von Freiheit, Leidenschaft und ungezügelter Lebenslust“, so Iserlohe. Sie haben nichts mit dem todgeweihten Taurus der Picasso-Ära gemein, sind ganz Fleisch und Blut. In diesen Bildern schafft sich eine lebendige Vision Bahn und setzt sich als Gegenpol zu unserer Wirklichkeit. „Die Vision ist wirklicher als die Realität“, meint die Malerin, „denn unsere Wirklichkeit wird von virtuellen Bildern beherrscht und auch verzerrt. Meine Stiere sind der Gegenentwurf zu dieser Entwicklung. Sie sind das pure Leben, sind kraftvolle Fülle und funkensprühende Intuition. Oder um Fernando Botero zu zitieren: ‚Nicht die Abbildung der Wirklichkeit ist das Ziel der Kunst, sondern die Erschaffung einer eigenen Welt‘.‘“ Heike Iserlohe lebt und arbeitet im Kölner Westen und ist mit Internet- und Facebook-Präsenz auch in der virtuellen Welt zuhause.

Ein Auswahl aus den Zyklen

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... alles ist im Fluss

Energie, Leidenschaft, Dynamik ─ nirgends zeigt sich Heike Iserlohes expressiver Malstil deutlicher als bei den Stierbildern. In diesen Bildern schafft sich eine lebendige Vision Bahn und setzt sich als Gegenpol zur virtuellen Welt, in der wir uns täglich bewegen. „Meine Stiere sind die Inkarnation von Freiheit, Leidenschaft und ungezügelter Lebenslust“, so Iserlohe.   Lebens- und lustvoll ist Iserlohes Werk ─ sogar in der Auseinandersetzung mit Themen wie Flucht, Vertreibung, Holocaust, die einen breiten Raum in ihrem Œuvre einnehmen. Hier wird Trauer sichtbar, aber auch ein unbändiger Wille zum Leben.   Die Befreiung des Lebewesens, des Menschen aus scheinbar ausweglosen Situationen ist Iserlohes unterschwellig immer vorhandenes Thema. So zeigen auch die Szenen aus dem Frauenleben zwar verletzte, aber keine gebrochenen Figuren. Ich bin immer noch ich ─ und trotze alledem, scheinen sie dem Betrachter zuzuflüstern ─ zaghaft, aber nicht verzagt. Die Inspirationen für ihre zumeist in kraftvolle Farben getauchte Bilderflut holt sich die Malerin in ihrem Alltag, bei Reisen oder durch die Aktivierung ihres Kinos im Kopf. Ihre Hinwendung zum Yoga hat nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Bilderwelten ruhiger werden lassen. Die Rastlosigkeit, die sich beispielweise noch im Zyklus Additionelle zeigt, ist einer inneren Ruhe gewichen, die Experimente allerdings nicht ausschließt. So spielt die Meisterschülerin von Professor Alexander Danov in ihren jüngsten Bildern bisweilen mit Elementen der Street-Art, doch bleibt sie mit Herz und Hand der klassischen Malerei verpflichtet.   Mit ihren Arbeiten will sie den Blick des Betrachters für seine eigene Realität schärfen, indem sie ihm die Vision eines kraftvollen und sinnenfreudigen Lebens entgegenhält: „Eine Kunst, der die Vision fehlt, ist für mich sinnentleert. Wir haben doch nichts als den Glauben, dass sich das Gute (d. i. das Schöne) in der menschlichen Natur auf lange Sicht immer durchsetzen wird. Nur so können wir unser alltägliches Leben bewältigen.“ 

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